Wochenlage KW37: Kritische Schwachstellen in Fortinet, IBM, Linux und Microsoft Defender

Kurzfazit
Die KW37 war geprägt von einer Vielzahl kritischer Schwachstellen in weit verbreiteten Produkten, darunter Fortinet, IBM, GitLab und der Linux-Kernel. Besonders hervorzuheben sind mehrere aktiv ausgenutzte CVEs, die im KEV-Katalog gelistet sind, sowie ein Proof-of-Concept für eine Umgehung eines Microsoft Defender-Patches. CISOs und SOC-Teams sollten die Patches für diese Systeme priorisieren und ihre Erkennungsmechanismen überprüfen, um potenzielle Ausnutzungen frühzeitig zu identifizieren.
Überblick der Woche
Die 37. Kalenderwoche war geprägt von einer hohen Dichte an kritischen Schwachstellen, die eine sofortige Reaktion erfordern. Insbesondere fielen Meldungen zu Produkten von Fortinet, IBM, GitLab und dem Linux-Kernel auf, die Angreifern weitreichende Möglichkeiten zur Codeausführung, Privilegienerhöhung und Denial-of-Service bieten. Ein besonderes Augenmerk lag auf mehreren CVEs, die bereits aktiv ausgenutzt werden und im KEV-Katalog des CISA gelistet sind. Zudem wurde ein Proof-of-Concept für eine Umgehung eines Patches in Microsoft Defender veröffentlicht, was die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung und schneller Reaktion unterstreicht.
Wichtigste Vorfälle & Signale
Im gelieferten Beobachtungsdatensatz fällt auf, dass mehrere Hersteller gleichzeitig von kritischen Schwachstellen betroffen sind. Fortinet-Produkte weisen multiple Schwachstellen auf, die unter anderem die Ausführung von beliebigem Code ermöglichen. Ähnliche Risiken bestehen bei IBM-Produkten und GitLab, wo Remote-Code-Execution (RCE) und Denial-of-Service (DoS) möglich sind. Der Linux-Kernel von Red Hat ist ebenfalls von kritischen Lücken betroffen, die Datenintegritäts- und Vertraulichkeitsverletzungen sowie willkürliche Codeausführung zulassen. Eine Schwachstelle in Microsoft Edge (CVE-2026-85046) wird aktiv ausgenutzt und ermöglicht RCE. Des Weiteren wurde ein PoC für eine Umgehung des Patches für CVE-2026-69414 (ShieldBreak) in Microsoft Defender veröffentlicht, was auf eine anhaltende Bedrohung in diesem Bereich hindeutet.
Kritische Schwachstellen (KEV / High)
Diese Woche sind mehrere CVEs mit hoher Kritikalität und aktiver Ausnutzung hervorzuheben:
- CVE-2026-85046 (Microsoft Edge): Diese kritische Type-Confusion-Schwachstelle in V8 wird aktiv ausgenutzt und betrifft ein im KEV-Katalog benanntes Produkt. Sie ermöglicht Remote-Code-Execution über manipulierte HTML-Seiten.
- CVE-2026-69414 (Microsoft Defender): Obwohl der CVSS-Score bei 7.8 liegt, ist die Relevanz durch die Veröffentlichung eines PoC für eine Patch-Umgehung (ShieldCrash) hoch. Microsoft arbeitet an einem Patch für diese Elevation-of-Privilege-Lücke.
- CVE-2026-85706 (GitLab): Eine kritische Schwachstelle, die unter bestimmten Bedingungen unauthentifizierten Benutzern erhöhten Zugriff ermöglichen könnte. Diese ist im KEV-Katalog gelistet.
- CVE-2026-75650 (Adobe Commerce): Eine Improper Neutralization of Special Elements-Schwachstelle, die zu Remote-Code-Execution führen kann und über das Netz ohne Anmeldung ausnutzbar ist. Diese ist ebenfalls im KEV-Katalog gelistet.
- CVE-2026-20079 (Cisco Secure Firewall Management Center): Diese Schwachstelle ermöglicht einem unauthentifizierten, entfernten Angreifer die Umgehung der Authentifizierung und die Ausführung von Skriptdateien. Sie ist über das Netz ohne Anmeldung ausnutzbar, betrifft ein im KEV-Katalog benanntes Produkt und wird aktiv ausgenutzt. Der EPSS-Prognosewert liegt hier unter der beobachteten Lage, was die Dringlichkeit unterstreicht.
- CVE-2026-81963 (Windows Update Stack): Eine Improper Link Resolution-Schwachstelle, die lokal zur Privilegienerhöhung genutzt werden kann. Sie betrifft ein im KEV-Katalog benanntes Produkt und wird aktiv ausgenutzt.
- CVE-2025-25249 (Fortinet FortiOS): Eine Heap-based Buffer Overflow-Schwachstelle, die im KEV-Katalog gelistet ist.
- CVE-2026-19490 (NetScaler ADC und NetScaler Gateway): Eine weitere im KEV-Katalog gelistete Schwachstelle.
- CVE-2026-85102 und CVE-2026-85103 (Check Point Quantum Security Gateway/Management): Beide Schwachstellen ermöglichen unauthentifizierten Remote-Angreifern die Ausführung von beliebigem Code und sind über das Netz ohne Anmeldung ausnutzbar.
Betroffene Branchen & Technologien
Die Bandbreite der betroffenen Produkte ist diese Woche sehr breit und umfasst kritische Infrastruktur sowie Standard-IT-Komponenten. Dazu gehören:
- Netzwerk-Perimeter und Sicherheitslösungen: Fortinet-Produkte (FortiOS), Check Point Quantum Security Gateway, Cisco Secure Firewall Management Center, NetScaler ADC/Gateway.
- Betriebssysteme: Linux-Kernel (Red Hat, Ubuntu), Microsoft Windows (Update Stack).
- Entwicklungs- und Kollaborationsplattformen: GitLab.
- Browser: Microsoft Edge.
- Endpoint Security: Microsoft Defender.
- Industrielle Steuerungssysteme (ICS/OT): Siemens-Produkte (SIMATIC, Desigo CC).
- Enterprise Software: IBM-Produkte, Adobe Commerce, Adobe Campaign Classic.
Die genannten Branchen-Tags (Energie, Finanzen, Healthcare, Automotive, Behörden) sind aufgrund der weiten Verbreitung der betroffenen Technologien als potenziell betroffen einzuschätzen.
Priorisierung für die kommende Woche
Für die kommende Woche ist eine aggressive Patch-Strategie unerlässlich. Priorisieren Sie die Behebung der Schwachstellen, die aktiv ausgenutzt werden und im KEV-Katalog gelistet sind. Dies umfasst insbesondere die Patches für Microsoft Edge (CVE-2026-85046), Cisco Secure Firewall Management Center (CVE-2026-20079), Windows Update Stack (CVE-2026-81963), GitLab (CVE-2026-85706) und Adobe Commerce (CVE-2026-75650). Überprüfen Sie zudem die Systeme von Fortinet, IBM, Check Point und Siemens auf die genannten Schwachstellen. Für Microsoft Defender ist es entscheidend, die Entwicklung des Patches für die ShieldBreak/ShieldCrash-Lücke genau zu verfolgen und entsprechende Updates umgehend einzuspielen. Implementieren Sie zudem verbesserte Monitoring- und Detection-Regeln für die genannten Produkte, um potenzielle Ausnutzungsversuche frühzeitig zu erkennen.
Quellenhinweise
- CERT-FR: Multiples vulnérabilités dans les produits Fortinet (11 septembre 2026)
- CERT-FR: Multiples vulnérabilités dans les produits IBM (11 septembre 2026)
- CERT-FR: Multiples vulnérabilités dans le noyau Linux de Red Hat (11 septembre 2026)
- CERT-FR: Multiples vulnérabilités dans GitLab (11 septembre 2026)
- CERT-FR: Vulnérabilité dans Microsoft Edge (10 septembre 2026)
- The Hacker News: Researcher Drops New Microsoft Defender PoC Showing ShieldBreak Patch Can Be Bypassed
- CERT-FR: Multiples vulnérabilités dans les produits Siemens (08 septembre 2026)
- CERT-Bund: [UPDATE] [mittel] Linux Kernel (xfrm: iptfs): Schwachstelle ermöglicht DoS und Manipulation von Daten
- CERT-Bund: [UPDATE] [mittel] Linux Kernel: Mehrere Schwachstellen ermöglichen Denial of Service
- BleepingComputer: Microsoft working on Defender patch for ShieldBreak zero-day
Was Security-Teams jetzt prüfen sollten
- 1Priorisieren Sie die sofortige Installation von Patches für alle im KEV-Katalog gelisteten CVEs, insbesondere CVE-2026-85046 (Microsoft Edge), CVE-2026-20079 (Cisco FMC), CVE-2026-81963 (Windows Update Stack), CVE-2026-85706 (GitLab) und CVE-2026-75650 (Adobe Commerce).
- 2Überprüfen und aktualisieren Sie Fortinet-, IBM-, GitLab- und Linux-Kernel-Installationen auf die neuesten Versionen, um die gemeldeten kritischen Schwachstellen zu beheben.
- 3Beobachten Sie die Veröffentlichung des Patches für die ShieldBreak/ShieldCrash-Schwachstelle in Microsoft Defender (CVE-2026-69414) und spielen Sie diesen umgehend ein.
- 4Prüfen Sie Siemens-Produkte (SIMATIC, Desigo CC) auf die genannten Schwachstellen und implementieren Sie entsprechende Sicherheitsupdates.
- 5Stärken Sie das Monitoring und die Detection-Regeln für die betroffenen Systeme, um potenzielle Ausnutzungsversuche der genannten Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
- 6Führen Sie regelmäßige Schwachstellen-Scans und Penetrationstests durch, um die Wirksamkeit der implementierten Schutzmaßnahmen zu überprüfen.
Betroffene Branchen
Betroffene Technologien
Quellenhinweise
Transparenz & Redaktion
- Analyse: SecBoard Research
- Redaktionell verantwortlich: Eike Fellgiebel
- KI-gestützte Erstellung: Quellen-Clustering, Erstentwurf und Übersetzung erfolgen KI-gestützt auf Basis der verlinkten Originalquellen.
- Stand: 13. September 2026