SecBoard
Alle Branchen
Branchenlage

Cyber-Lage Energie & Versorger

Strom, Gas, OT/ICS, SCADA & Smart Grid

Meldungen / 21 Tage
63
verknüpfte CVEs
5
aktiv ausgenutzt (KEV)
3

Lage auf einen Blick

Die Energiebranche steht unter anhaltendem Druck durch Cyberangriffe, die sich auf kritische Infrastrukturen und industrielle Steuerungssysteme (ICS/OT) konzentrieren. Eine besondere Dringlichkeit ergibt sich aus der aktiven Ausnutzung von Schwachstellen in weit verbreiteten Remote-Access-Lösungen wie Ivanti Connect Secure. Die Angriffe reichen von Ransomware-Kampagnen bis hin zu gezielten Operationen staatlich unterstützter Akteure, die auf Spionage und potenzielle Sabotage abzielen. Die Notwendigkeit einer integrierten IT/OT-Sicherheitsstrategie und eines robusten Schwachstellenmanagements ist evident.

Aktuelle Bedrohungen & Vorfälle

Im gelieferten Beobachtungsdatensatz fällt auf, dass die Energiebranche, insbesondere der Upstream-Öl- und Gassektor, weiterhin ein primäres Ziel für Cyberangriffe ist. Schwachstellen bei Fernzugriffen und mangelnde IT/OT-Segmentierung werden dabei ausgenutzt. Die Ransomware-Gruppe Warlock hat kritische Infrastrukturen, darunter Wasserversorger und Telekommunikationsanbieter, angegriffen und dabei SharePoint-Schwachstellen genutzt. Dies unterstreicht die Gefahr durch für Betreiber kritischer Infrastrukturen, die über die Energiebranche hinausgeht, aber ähnliche Angriffsmuster aufweist.

Aktive Bedrohungsakteure

Mehrere Bedrohungsakteure sind in Bezug auf die Energiebranche aktiv. Volt Typhoon, APT38 und Salt Typhoon werden in den Meldungen mehrfach genannt und stellen eine persistente Bedrohung dar. Diese Gruppen sind bekannt für ihre Fähigkeit, sich langfristig in Netzwerken einzunisten und Spionage zu betreiben, was für die Energieversorgung kritische Auswirkungen haben kann. Die Ransomware-Gruppe Warlock, mutmaßlich aus China, zeigt, dass auch finanziell motivierte Akteure kritische Infrastrukturen ins Visier nehmen. Weitere Akteure wie TEMP.Veles, TeamPCP, ShinyHunters, Threat Group-3390 und ZIRCONIUM sowie Malware wie njRAT, Clop, Shai-Hulud und TrailBlazer sind ebenfalls in den Beobachtungen aufgeführt, was auf ein breites Spektrum an Bedrohungen hindeutet.

Angriffsmuster in dieser Branche

Die beobachteten Angriffsmuster in der Energiebranche umfassen primär die Ausnutzung von extern zugänglichen Systemen und Schwachstellen in ICS/OT-Komponenten. Fernzugriffslösungen sind ein häufiges Einfallstor, was die Bedeutung einer sicheren Konfiguration und eines schnellen Patch-Managements unterstreicht. Die schlechte Segmentierung zwischen IT- und OT-Netzwerken wird als kritischer Faktor für die Ausbreitung von Angriffen genannt. Ransomware-Angriffe, die auf Datenexfiltration und Systemverschlüsselung abzielen, sind ebenfalls ein wiederkehrendes Muster. Die Integration von funktionaler Sicherheit und OT-Cybersicherheit in einem einzigen Lebenszyklus wird als notwendig erachtet, um die miteinander verbundenen Risiken zu adressieren.

Relevante Schwachstellen

Die kritischste Schwachstelle ist derzeit CVE-2026-104935 in Ivanti Connect Secure (ICS), die aktiv ausgenutzt wird. Diese Schwachstelle ermöglicht Angreifern die Authentifizierungsumgehung und Fernausführung beliebiger Befehle über das Netz ohne Anmeldung. Der EPSS-Prognosewert liegt unter der beobachteten Lage, da die Ausnutzung bereits belegt ist. hat dringend zu sofortigen Updates aufgerufen, da Honeypots bereits 105 Exploit-Versuche protokollierten. Weitere relevante Schwachstellen betreffen:

  • Malcolm (bis v26.07.1): Mehrere Schwachstellen ermöglichen die Umgehung von Authentifizierungsmechanismen und unautorisierten Zugriff.
  • ABB Protection and Control IED Manager PCM600 (<=2.14): Zwei Schwachstellen erlauben Privilegienerhöhung oder das Überschreiten von Berechtigungen für Angreifer mit lokalen Zugangsdaten.
  • HMS Networks PEAK-System PCAN Windows-Treiber (<=5.1.2.1151 und <=5.1.2): Kritische Sicherheitslücken könnten zum Absturz des Windows-Kernels führen.
  • Moxa AIG-302 ThingsPro Edge Firmware (<=1.4.0): Zwei Schwachstellen könnten zur Offenlegung sensibler Informationen und zur Beeinträchtigung der Kommunikation führen.
  • Johnson Controls EasyIO FG (vor 2.0b52): Schwachstellen wie CVE-2026-27872 (Improper Privilege Management) und CVE-2026-27873 (Use of Hard-coded Credentials) ermöglichen Brute-Force- und Password-Spraying-Angriffe.

Es ist zu beachten, dass CVE-2026-104935, CVE-2023-46805, CVE-2024-21887, CVE-2024-21893, CVE-2025-0282, CVE-2025-22457, CVE-2025-49706 und CVE-2025-53770 Produkte betreffen, die im KEV-Katalog benannt sind, was ihre hohe Kritikalität unterstreicht.

Empfehlungen für Security-Teams

Quellenhinweise

Teilsektoren

Aufschlüsselung der Branchenmeldungen nach Teilsektor. Eine Meldung kann mehrere betreffen, deshalb summieren sich die Anteile nicht auf 100 %.

OT & Leittechnik39 Meldungen · 62 %

Prozessleittechnik, SCADA, SPS und Industrieprotokolle

Wasser & Abwasser4 Meldungen · 6 %

Wasserwerke, Aufbereitung, Abwasserentsorgung

Stromversorgung3 Meldungen · 5 %

Erzeugung, Uebertragungs- und Verteilnetze, Netzbetrieb

Erneuerbare Energien1 Meldungen · 2 %

Wind, Solar, Speicher, Ladeinfrastruktur und dezentrale Anlagen

Gas & Oel1 Meldungen · 2 %

Foerderung, Raffinerien, Pipelines, Gasspeicher und -netze

Ohne erkennbaren Teilsektor20 Meldungen · 32 %

Meldungen, die sich keinem Teilsektor eindeutig zuordnen ließen. Bewusst ausgewiesen statt weggelassen.

Statistik & Trends

Meldungen im Zeitverlauf

Angriffsmuster

Schwachstellen nach Schweregrad

Häufigste betroffene Anbieter/Produkte

Ivanti · 4Windows · 1Entra · 1Langflow · 1Chrome · 1Apple · 1Docker · 1Apache · 1

Aktive Bedrohungsakteure

In den Meldungen dieser Branche belegte Gruppen, Malware-Familien und Werkzeuge.

Relevante Schwachstellen

Aktuelle Meldungen