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NiedrigDatenanalyse

Wie viele Security-Meldungen greift überhaupt eine zweite Quelle auf?

30. August 2026
Wie viele Security-Meldungen greift überhaupt eine zweite Quelle auf?

Kurzfazit

Eine Analyse von 7.408 erfassten Meldungen zeigt, dass 76 Prozent davon Einzelmeldungen sind, die von keiner zweiten Quelle aufgegriffen werden. Nur 287 Themen werden quellenübergreifend bestätigt. Dies deutet darauf hin, dass das Hinzufügen weiterer Feeds primär zu Dopplungen führt, anstatt die Abdeckung relevanter Bedrohungen signifikant zu erweitern.

SecBoard hat die Meldungsflut aus 24 Quellen analysiert, um die Redundanz und Bestätigung von Cyber-Threat-Intelligence-Informationen zu bewerten. Die Auswertung konzentriert sich auf die Frage, wie viele Meldungen von mehreren Quellen aufgegriffen werden und welche Implikationen dies für die Auswahl und Priorisierung von Feeds hat. Die Ergebnisse stellen die Annahme infrage, dass eine höhere Anzahl von Quellen automatisch zu einer umfassenderen Abdeckung führt.

Die Verteilung

Von insgesamt 7.408 erfassten Meldungen aus 24 Quellen lassen sich nur 1.791 Meldungen einem gemeinsamen Thema zuordnen. Dies entspricht einem Anteil von 24 Prozent. Der weitaus größere Teil, nämlich 5.617 Meldungen, hat keine Entsprechung in anderen Feeds. 76 Prozent der Meldungen sind somit Einzelmeldungen. Die Themenbildung ist algorithmisch; dies kann dazu führen, dass verwandte Vorgänge zusammengefasst oder ein Vorgang getrennt wird, wodurch der Anteil der Einzelmeldungen eher eine Obergrenze darstellt.

Warum Einzelmeldungen kein Rauschen sind

Die hohe Anzahl von Einzelmeldungen bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese irrelevant sind. Eine Einzelmeldung ist unbestätigt, aber nicht unwichtig. Ihre Relevanz hängt vom eigenen Bestand und den spezifischen Schutzbedürfnissen ab. Die Aussage gilt nur für die eigenen Quellen; was außerhalb des erfassten Spektrums aufgegriffen wird, erscheint hier als Einzelmeldung. Absolute Meldungszahlen spiegeln zudem den Ausbau der Quellenliste wider und taugen nicht als Trendaussage zur Bedrohungslage.

Was Mehrfachberichterstattung wirklich aussagt

Es gibt 650 Themen, die von mehreren Meldungen abgedeckt werden. Davon werden 287 Themen von mehr als einer Quelle getragen. Dies bedeutet, dass 44 Prozent der Themen mit Mehrfachmeldungen quellenübergreifend bestätigt sind. Die restlichen 363 Themen, deren Mehrfachmeldungen aus derselben Quelle stammen, sind Folgeberichte, Aktualisierungen oder gelegentliche Dopplungen im Feed. Das größte Thema umfasst 32 Meldungen. Insgesamt entfallen 26 Meldungen auf jeden quellenübergreifend bestätigten Sachverhalt. Nur 45 Themen weisen fünf oder mehr Meldungen auf.

Was daraus für die Quellenauswahl folgt

Das Hinzufügen weiterer Feeds führt primär zu einer Zunahme von Einzelmeldungen und Dopplungen innerhalb derselben Quelle, anstatt die Abdeckung quellenübergreifend bestätigter Sachverhalte signifikant zu erweitern. Die Analyse zeigt, dass eine breite Streuung der Quellen nicht automatisch eine höhere Bestätigungsrate oder eine umfassendere Abdeckung relevanter Bedrohungen bedeutet. Stattdessen ist eine gezielte Auswahl von Quellen, die komplementäre Informationen liefern, effektiver als eine quantitative Erweiterung der Feeds. Die Konzentration auf die Qualität und Diversität der Quellen ist entscheidend, um die Effizienz der Threat-Intelligence-Verarbeitung zu steigern und die relevanten Informationen zu identifizieren.

Die Zahlen im Überblick

Verdichtung des Meldungsaufkommens

KennzahlWertAnteil
Erfasste Meldungen7.408100 %
einem Thema zugeordnet1.79124 %
Einzelmeldungen5.61776 %
Themen insgesamt650
davon quellenübergreifend28744 %
davon nur eine Quelle36356 %

Zur Methodik: Grundlage sind 7.408 Meldungen aus 24 Quellen, die im Auswertungszeitraum Meldungen geliefert haben, Stand 30. August 2026. Die Themenbildung erfolgt über einen Ähnlichkeitsabgleich auf Titel und Zusammenfassung; ein Thema entsteht ab zwei zugeordneten Meldungen. „Quellenübergreifend bestätigt" bedeutet, dass mindestens zwei verschiedene Quellennamen an einem Thema beteiligt sind. Alle Werte werden aus dem Datenbestand berechnet.

Was Security-Teams jetzt prüfen sollten

  • 1Bewerten Sie die Relevanz von Einzelmeldungen basierend auf dem eigenen Asset-Bestand und den spezifischen Bedrohungsprofilen, anstatt sie pauschal als 'Rauschen' abzutun.
  • 2Priorisieren Sie die Qualität und Diversität der Threat-Intelligence-Quellen über die reine Quantität, um die Effizienz der Informationsverarbeitung zu steigern.
  • 3Führen Sie regelmäßige Analysen der Quellenredundanz durch, um festzustellen, welche Feeds tatsächlich komplementäre Informationen liefern und welche primär Dopplungen erzeugen.
  • 4Entwickeln Sie interne Prozesse zur Bestätigung von Einzelmeldungen durch eigene Analysen oder zusätzliche, nicht im SecBoard-Bestand enthaltene Quellen, um die Unsicherheit zu reduzieren.

Transparenz & Redaktion

  • Analyse: SecBoard Research
  • Redaktionell verantwortlich: Eike Fellgiebel
  • Eigene Auswertung: Alle Kennzahlen stammen aus dem SecBoard-Datenbestand und sind über die im Methodik-Absatz genannten Abfragen nachrechenbar. Die Zahlen werden berechnet, nicht geschätzt oder modelliert; die Formulierung erfolgt KI-gestützt.
  • Stand: 30. August 2026
Wie SecBoard arbeitet: Methodik & Quellen
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